Rätselfragen aus dem Archiv

Ganz bescheiden

Nett, dass ich hier auch mal zu Wort komme. Eigentlich bin ich ja noch aus dem vorletzten Jahrhundert und teile das Schicksal vieler Frauen: nämlich die Frau "von" jemand zu sein. Aber eigentlich stimmt ja nicht mal das. Wir hatten zwar ein Verhältnis miteinander, aber geheiratet hat er eine andere. Ich war immer nur seine Haushälterin und Freundin.

Manche behaupten ja, er wäre der Vater von meinem Freddy. Aber das ist mein Geheimnis und wird es auch bleiben. Jedenfalls ist Freddy offiziell der Sohn von F. - dem wohl besten Freund meines "Chefs". F. hat uns ja immer sehr unterstützt, nicht nur finanziell.

Irgendwie war es nie ganz einfach. Die Familienverhältnisse nicht, die finanzielle Lage nicht - von der politischen ganz zu schweigen. Die Ideen meines "Chefs" waren immer sehr umstritten und sind es bis heute. Jedenfalls sind die Namen der beiden Männer, die in meinem Leben eine so bedeutende Rolle spielten, für alle Zeiten miteinander verbunden. Man nennt sie oft in einem Atemzug - manche gern, manche weniger gern. Aber so ist das eben, wenn es um Politik geht.

Und mit meinem "Chef" bin ich wenigstens im Tode vereint. Schon irgendwie komisch, da liegt die Haushälterin im gleichen Grab wie ihr Boss nebst Gattin und anderen Familienmitgliedern. Eine späte Ehre - auch dafür hat F. gesorgt.

So, nun hab ich eigentlich schon viel zu viel über mich verraten. Und weil mein Vorname so oft variiert wird, frage ich nur nach meinem Nachnamen.

Wer bin ich?

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