Ich vermute mal, man hat mich als Reisegepäck nur mitgenommen, weil es eben so üblich war. Ich habe mir auch wenig Gedanken darüber gemacht, dass niemand mir wirklich Beachtung schenkte, dafür habe ich immerhin viel von der Welt gesehen - damals vor über 200 Jahren als wir aus unserer eher kühlen Heimat aufbrachen, um Dinge aus weit entfernten Teilen der Welt zu besorgen, die es in unseren heimischen Gefilden nicht gab.
Selbst als es zu dem großen Streit kam dachte ich nicht im Traum daran, dass ich einmal eine bedeutende Rolle spielen würde. Ein paar Aufständische übernahmen das Kommando und überließen denjenigen, die sich ihnen entgegenstellten nur ein kleines "Dings", um sich zu retten.
Ich blieb bei den Rebellen und nach einer längeren Odyssee hatten sie endlich einen Zufluchtsort gefunden. Aus Angst vor Entdeckung verbrannten sie alles, was Hinweise auf ihren Aufenthaltsort hätte geben können.
Viel Beachtung fand ich aber immer noch nicht. Die fünfzehn Männer hatten wohl genug andere Sachen im Kopf, vor allem den Streit um die paar Frauen, die bei ihnen lebten. Als eine der Frauen bei einem Unfall ums Leben kam, entbrannte der Kampf um die übrig Gebliebenen. - Mord und Totschlag waren die Folge. Nur vier Männer überlebten.
Einige Jahre später fanden drei weitere den Tod. Einer stürzte von einer Klippe, einer wurde in Notwehr getötet, einer starb an Atemnot. Und nun endlich kam ich zum Einsatz. Der letzte überlebende Mann änderte radikal seinen Lebenswandel. Mit meiner Hilfe begann er, die Frauen und Kinder im Lesen und Schreiben zu unterrichten und ihnen meine Botschaft zu verkünden.
Noch heute kann man mich bewundern, obgleich nur wenige Fremde den Weg zu mir finden. Ich liege gut geschützt in einem Gebäude des Ortes, der nach dem Mann benannt wurde, der alles am längsten überlebte. Wenn man den Ortsnamen liest, könnte man eine Stadt vermuten, doch so klein, wie die Ansiedlung ist, wäre es wohl angebrachter von einem Dorf zu sprechen.
Wie lautet der Name dieses Dorfes?